Diabetiker- und Epilepsiewarnhund: Wenn ein Assistenzhund Leben retten kann

Ein wichtiger Beruf für Assistenzhunde ist die Arbeit als ein Warnhund. Der Hund verbringt sein Leben als Familienmitglied, treuer Begleiter und Freund der Familie und hat eine tiefe Bindung zum Assistenznehmer.Der Hund mit dem Schwerpunkt Warnhund durchläuft grundsätzlich dieselbe Ausbildung wie andere Assistenzhunde und wird aber natürlich vom Assistenzhunde-Trainer nach den Bedürfnissen der Assistenznehmer ausgebildet. Die Aufgabe, den Hundehalter im Ernstfall zu warnen, ist eine besondere Begabung, die das Tier mitbringt.Warnhunde können bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt werden, die größten Felder sind dabei Diabetes Mellitus sowie Epilepsie.

Epilepsiewarnhund

Zusätzlich zu den alltäglichen Aufgaben des Assistenzhundes verfügt der Epilepsiewarnhund die Fähigkeit, den Menschen zu warnen, bevor der Ernstfall eintritt. Die Eigenschaft, einen epileptischen Anfall vor seinem Auftreten zu erkennen, muss ein Hund bereits von Geburt an mitbringen.

Diabetiker- und Epilepsie-Warnhund in Ausbildung

Einige Hunde besitzen diese Sensibilität und können durch eine präzise Ausbildung lernen, ihr Talent zu einem Job zu machen. Hunde, die diese angeborene Fähigkeit nicht mitbringen, können keine Epilepsiewarnhunde werden. Ob ein Hund die Fähigkeit, einen epileptischen Anfall zu erkennen, mitbringt, erkennt man bereits mit 3-4 Wochen.

So warnt der Epilepsiewarnhund

Der Hund gibt dem Menschen ein Signal, wie z. B. Bellen, Anstupsen oder eine Pfote auflegen, so dass der Patient noch ausreichend Zeit hat, sich in Sicherheit zu bringen. Dabei nutzt man das natürliche Verhalten des Hundes, welches der Vierbeiner anbietet. Das Anzeigen des Anfalls ist individuell, in der Ausbildung nutzt man das Signal, welches der Warnhund von sich aus zeigt.Wichtig ist dabei, dass der Assistenznehmer lernt, das Signal des Hundes zu erkennen und richtig zu interpretieren. Der Patient kann sich nach der Warnung hinsetzen oder hinlegen, ggf. den Kopf weich auflegen und sich vor allem fern von harten, spitzen und scharfen Gegenständen positionieren. Sofern ausreichend Zeit verbleibt, kann der Assistenznehmer Angehörige alarmieren oder einen Notruf absetzen.Der Hund trifft die Entscheidung, den Menschen zu warnen, aus eigener Motivation. In der Ausbildung wird dieses Verhalten lediglich verstärkt. Ebenso muss sich der Hund richtig verhalten, wenn der Ernstfall bereits eingetreten ist, um sich selbst und seinen Menschen nicht in Gefahr zu bringen.

Weitere Aufgaben eines Epilepsiewarnhundes, die bei Bedarf erlernt werden können:

  • Notsignal an Angehörige senden
  • Handy oder Telefon nach einem Anfall bringen
  • An Medikamente erinnern
  • Verhindern, dass der Mensch sich in gefährliche und lebensbedrohliche Situationen kurz vor dem Anfall bringt (z. B. Treppensteigen)
Durch einen Epilepsiewarnhund ist vielen Assistenznehmern eine viel höhere Lebensqualität und Sicherheit gegeben. Patienten trauen sich deutlich mehr zu, da sie keine ständige Angst vor einem Anfall haben müssen.

Diabetikerwarnhund

Für Menschen, die an Diabetes Mellitus leiden, ist ein Diabetikerwarnhund eine große Erleichterung. Die Aufgabe eines Assistenzhundes mit Schwerpunkt Diabetikerwarnhund besteht darin, den Assistenznehmer zu warnen, bevor eine Unterzuckerung oder Überzuckerung eintritt.Der Hund warnt den Menschen also, bevor der Blutzucker unter 70 oder über 250 fällt oder steigt. So hat der Patient Zeit zum Reagieren. Er jann dann z. B. Insulin nehmen oder sich Zucker zuführen, sich hinsetzen oder hinlegen oder Hilfe rufen. Auch die Fähigkeit, Hyperglykämie oder Hypoglykämie im Vorfeld zu spüren, muss angeboren sein und kann nicht erlernt werden. Was der Hund aber lernen kann, ist, in seinen Angaben präziser zu werden, sprich:
  • die Notlage noch frühzeitiger zu erkennen und zu warnen
  • eine Notfalltasche zu holen
  • und/oder einen Notruf zu senden.
Diabetikerwarnhunde bringen höchste Sensibilität mit, sie erkennen teils nicht nur die Über- oder Unterzuckerung, sondern auch, ob der Blutzuckerwert sinkt oder steigt. Wenn der Blutzucker konstant ist und keine Gefahr besteht, alarmiert der Hund seinen Menschen nicht.

Dir richtige Hundeauswahl ist schwierig

Ob Epilepsiewarnhund oder Diabetikerwarnhund: Nur wenige Hunde bringen diese angeborene Fähigkeit mit, so präzise die Veränderungen im menschlichen Körper wahrzunehmen und diese anzuzeigen. Daher ist es eine sehr verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe der Assistenzhundetrainer, den richtigen Hund zu finden.Dieser muss nämlich nicht nur die Eigenschaft besitzen, Epilepsieanfälle oder Veränderungen im Zuckerspiegel zu erkennen, sondern sich auch vom Charakter als ein Assistenzhund eignen und mit seinem Wesen zum Assistenznehmer passen.

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