LPF-Hund: Assistenzhund für lebenspraktische Fähigkeiten

Der LPF-Assistenzhund ist nach dem Blindenführhund der zweitbekannteste Begleiter auf vier Pfoten in Deutschland. Der LPF-Hund ist für viele Menschen mit Behinderung oder Erkrankungen eine große Entlastung für den Alltag, eine Hilfe und eine Sicherheit. Die Assistenzhunde übernehmen die Aufgaben, die der Assistenznehmer nicht alleine oder nicht vollständig bewältigen kann.

LPF-Hunde haben einen hochkomplexen Job und müssen viele wichtige Eigenschaften mitbringen, wie z. B. Gesundheit, Wesensstärke, Freundlichkeit, kaum vorhandenes Aggressionspotential, eine hohe Reizschwelle, starke Nerven sowie viel Menschenbezogenheit, Interesse und Motivation zum Arbeiten.

Ein LPF-Hund ist ein rasseunabhängiger Hundejob, der Assistenzhund muss aber bereits im Welpenalter mit der Ausbildung beginnen. Da der Assistenzhund mit seinem Menschen und dem Assistenzhundetrainer diverse Aufgaben und Tätigkeiten erlernen muss um ein zuverlässiger Begleiter zu werden, benötigt er auch eine hohe Intelligenz und Lernbereitschaft. 

LPF-Hund in Ausbildung

Bei welchen Erkrankungen können LPF-Hunde eingesetzt werden?

Grundsätzlich gibt es keine klaren Vorschriften, wann ein LPF-Hund eingesetzt werden kann, aber nicht bei jeder Erkrankung oder bei jedem Grad der Behinderung werden die Kosten für den Assistenzhund übernommen. Vielmehr kommt es drauf an, wie stark sich die Lebensqualität und Selbstständigkeit des Assistenznehmers durch einen ausgebildeten Hund verbessern kann.

Meist werden Assistenzhunde bei Menschen eingesetzt, die durch eine Erkrankung oder Behinderung auf einen Rollstuhl angewiesen sind, wobei diese angeboren oder erworben sein kann. Häufig sind es Patienten mit angeborenen Deformitäten wie Spina Bifida, Infantile Cerebralparese, erworbene Erkrankungen wie Morbus Bechterew, Multiple Sklerose, Apoplex, aber auch Menschen, die an Unfallfolgen wie Wirbelsäulenverletzungen leiden.

In Deutschland werden LPF-Hunde seit rund 30 Jahren ausgebildet und die Assistenznehmer können sowohl Kinder, als auch Erwachsene sein. Da für viele Aufgaben der Hund eine gewisse Höhe und ausreichend Kraft benötigt, werden mit wenigen Ausnahmen nur mittelgroße und große Hunde zu Assistenzhunden im Bereich LPF ausgebildet.

Leben und Aufgaben eines LPF-Assistenzhundes

Der Hund wächst im Falle einer Selbstausbildung in der Familie bei seinem Assistenznehmer auf, wodurch eine starke Bindung entwickelt wird und der neue Hundehalter das Knowhow unter der fachmännischen Leitung eines Assistenzhundetrainers erhält. Dabei werden alle notwendigen Tätigkeiten in Erfahrung gebracht und der Hund speziell darauf ausgebildet. Bei einem LPF-Hund handelt es sich um einen sehr anstrengenden Job, der Hund erhält ausreichend Zeiten für die Erholung und artgerechtes Spiel, für den Kontakt zu Artgenossen und für seinen Schlaf.

Der LPF-Assistenzhund mus viele lebenspraktische Fähigkeiten beherrschen

Der Assistenzhund kann diverse Aufgaben erlernen, dazu gehören aber vor allem lebenspraktische Fähigkeiten, die den Alltag erleichtern. Dazu gehören folgende:

  • Den Menschen zum Einkaufen begleiten, gewünschte Produkte aus den Regalen entnehmen, Ware auf das Kassenband legen und wieder in Beutel oder Körbe packen, das Portmonee dem Kassierer reichen und wieder entgegennehmen
  • Gegenstände vorsichtig aufheben und dem Assistenznehmer reichen, auch wenn sie klein und zerbrechlich sind, z B. EC-Karte, Geld, Glas, aber auch Lebensmittel
  • Türen öffnen und schließen
  • Lichtschalter, Knöpfe und Hebel betätigen
  • Telefon reichen
  • An Medikamenteneinnahme erinnern, Notfallsets holen
  • Notruf an Angehörige absetzen
  • Beim An- und Auskleiden helfen, Kleidungsstücke reichen
  • Waschmaschine ein- und ausräumen, Wäsche abhängen, Trockner befüllen und leeren
  • Abfall zum Mülleimer tragen
  • Begleiten zu Arztterminen, Behördengängen, Reisen und anderen Terminen
  • EC-Karte in den Bankautomaten stecken und Geld entnehmen
  • Tragen von Gegenständen, bis der Assistenznehmer sie benötigt
  • Öffnen und Schließen von Schränken und Schubladen
  • Rollstuhl holen und zum Assistenznehmer bringen
  • Beim Aufstehen, hinsetzen und hinlegen helfen
  • Holen von diversen Gegenständen (Viele Assistenzhunde haben ein beachtliches Vokabular)

Neben den lebenspraktischen Fähigkeiten bringt der Assistenzhund viele weitere wertvolle Komponenten mit: Er fungiert als Seelsorger, tröstet den Menschen, wenn es ihm schlecht geht, erkennt seine Launen, spendet Kraft, Mut und Hoffnung. Durch einen LPF-Assistenzhund fühlen sich Assistenznehmer selbstständiger, gewinnen mehr Selbstbewusstsein und trauen sich Aktivitäten zu, die ohne einen Hund nicht möglich wären.

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